In der Ausgabe 17/2026 von BESSER LACKIEREN (20. Oktober 2026) ist unser Artikel „Wie ein Signal Geschwindigkeit und Größe verrät“ erschienen. Er zeigt, wie ein vereinfachtes Modell die Lichtstreusignale einzelner Lacktröpfchen direkt in Tröpfchengröße und Tröpfchengeschwindigkeit umrechnet und so ein Echtzeit-Monitoring von Beschichtungsprozessen ermöglicht.

BESSER LACKIEREN 17/2026, Seite 7: Artikel „Wie ein Signal Geschwindigkeit und Größe verrät“
BESSER LACKIEREN 17/2026, Seite 7. Zum Vergrößern anklicken.

Die wichtigsten Punkte des Artikels

  • Warum Tröpfchen messen: In der Spritzlackierung hilft die Messung der Tröpfchen, Beschichtungsprozesse stabiler und reproduzierbarer zu betreiben. Da die Zerstäubung ein dynamischer Prozess ist, braucht eine aussagekräftige Prozessüberwachung zeit- und ortsaufgelöste Messdaten – vor allem Tröpfchengröße und Tröpfchengeschwindigkeit.
  • Kompakte TSTOF-Messsonden: In den vergangenen Jahren wurden kompakte Messsonden auf Basis des TSTOF-Prinzips mit deutlich weniger optischen Komponenten entwickelt. Für viele Anwendungen reicht die Analyse der Lichtstreusignale einzelner Tröpfchen aus, um Prozessänderungen zu erkennen und den Beschichtungsprozess kontinuierlich zu überwachen.
  • Alles aus einem Signal: In der einfachsten optischen Konfiguration – eine Laserlinie und ein Detektor – ergibt sich der Durchmesser eines Tröpfchens aus Amplitude und zeitlicher Breite seines Lichtstreusignals. Die Geschwindigkeit hängt direkt mit der Signalbreite zusammen: Ein schnelleres Tröpfchen verweilt kürzer im Lichtfeld und erzeugt ein schmaleres Signal.
  • Kalibrierung und Erweiterung: Für genauere Absolutwerte lassen sich die Modellkonstanten durch Referenzmessungen kalibrieren oder anhand historischer Messdaten optimieren. Ist eine höhere Genauigkeit nötig, kann das Modell um Korrekturterme erweitert werden.
  • Kein externer Rechner: Tröpfchengröße und -geschwindigkeit lassen sich auch mit vortrainierten KI-Modellen berechnen; dafür müssen die Messsonden zum Erstellen der Modelle mit einem TSTOF-Messinstrument wie SpraySpy verknüpft werden, und es wird noch eine separate Recheneinheit benötigt. Das einfache Modell kommt dagegen mit sehr geringem Rechenaufwand aus und lässt sich direkt in Hardware bzw. Firmware der Messsonde umsetzen.

Experimentelle Validierung

Das Modell wurde in zwei Messreihen mit einer SprayQuantAI®-Messsonde (SQA) validiert, die für das dynamische Monitoring von Sprühprozessen ausgelegt ist. Die Sonde wertet die Lichtstreusignale einzelner Tröpfchen in Zeitfenstern von 100 ms aus und gibt unter anderem die mittlere Signalamplitude und -breite sowie die Anzahl der detektierten Tröpfchen aus. Aus diesen Parametern werden Tröpfchengröße und Tröpfchengeschwindigkeit berechnet.

Tröpfchenrate, Tröpfchengröße und Tröpfchengeschwindigkeit über der Zeit bei einem pulsierenden Sprühstrahl eines GFA-200-Automatikzerstäubers
Messung 1: pulsierender Sprühstrahl eines GFA-200-Automatikzerstäubers; die SQA-Messsonde ist über einen Adapter direkt am Zerstäuber montiert. Tröpfchenrate, -größe und -geschwindigkeit folgen den Schaltvorgängen des Zerstäubers.
SQA-Messsonde unter einem Rotationszerstäuber vor dem zu beschichtenden Blech
Messung 2: die SQA-Messsonde zwischen Rotationszerstäuber und dem zu beschichtenden Blech.
Tröpfchenrate, Tröpfchengröße und Tröpfchengeschwindigkeit über der Zeit, während sich der Rotationszerstäuber relativ zur Sonde bewegt
Messung 2: Tröpfchenrate, -größe und -geschwindigkeit, während sich der Rotationszerstäuber relativ zur Sonde bewegt – die Tröpfchenparameter ändern sich mit der Position im Sprühstrahl.

In der ersten Messreihe ermöglichte der pulsierende Betrieb des Zerstäubers, die zeitliche Dynamik des Sprühprozesses zu untersuchen und zu prüfen, ob die Schaltvorgänge in den berechneten Tröpfchenparametern wiedergegeben werden. In der zweiten Messreihe wurde der Sprühstrahl eines Rotationszerstäubers untersucht; um das räumliche Sprühstrahlprofil zu erfassen, bewegte sich der Zerstäuber auf die Sonde zu bzw. von ihr weg sowie parallel zu ihr.

Treffen Sie uns auf der Car Body Painting 2026

Die Autoren stellen die Ergebnisse persönlich auf der Konferenz Car Body Painting 2026 des Automotive Circle am 9.–10. November 2026 in Bad Nauheim vor. Kontakt: Dr. Walter Schäfer, info@ai-quanton.com.